Digitalisierung & Bots: Fake-News? Nachklapp zu unserem Kundentag 2017

Digitalisierung & Bots: Fake-News? Nachklapp zu unserem Kundentag 2017

Wir erleben eine mediale Breitseite durch das Thema Digitalisierung – bis in die Politik hinein. Unternehmen und jeder Einzelne sind aufgefordert, sich ständig an neue Bedingungen anzupassen. Auf und abseits der Bühne unseres Kundentags 2017 fiel das Wort Digitalisierung ebenfalls öfter – und natürlich "Künstliche Intelligenz" (KI). Unser diesjähriges Motto am 28. September in München lautete schließlich: "(Don't) believe the Hype – was bleibt, was kommt?". Aber: stellen wir uns überhaupt die richtigen Fragen?

Einfach mal drüber reden: Von Teddybären und Wissenswerkzeugen

Ein Beitrag von Stefan Holtel, Lead Cogniteer bei brightONE Consulting.

Er ist rosa, grün oder himmelblau. Er versteht Kinder, wenn sie mit ihm sprechen. Er parliert in ganzen Sätzen und erinnert sich an Gespräche. Dino ist ein kleiner Plastikdinosaurier, der spricht. Aber die eigentliche Finesse ist: IBM Watson füttert ihn mit Intelligenz. Damit ist er der Inbegriff des intelligenten Tutors. So einer wurde seit Dekaden angekündigt. Nun ist er Realität. Wie funktioniert er? Was leistet er? Und noch wichtiger: Wie verändert sich Wissensarbeit, wenn kognitive Assistenten mit solchen Eigenschaften auf Erwachsene treffen?

Warum FinTech-Geschäftsmodelle von Cognitive Computing profitieren

Ein Interview mit Stefan Holtel, Querdenker bei brightONE Consulting.

[Kai Nörtemann]: Alle Branchen ächzen unter dem Kostendruck im Kundenservice. Nun mischen FinTechs den Finanzmarkt auf. Woher entspringt ihr Potenzial?

[Stefan Holtel]: Die FinTechs streifen nicht ziellos durch den Finanzmarkt-Dschungel. Sie erschnüffeln die Honigtöpfe. Die stapeln sich zwar heute bereits im Portfolio jeder Bank oder Sparkasse … aber sie werden nicht abgeschöpft. Nicht von den Kunden und nicht von den Banken. Algo-Trading macht das jetzt zu vertretbaren Kosten möglich. Und Robo-Advisor geben dem Phänomen einen Namen. Im Kern steckt in Algo-Trading das Versprechen individueller Kundenberatung … auch wenn der Kunde weniger als 1 Mio. Euro anlegen will (und sich nur dann als High-Net-Worth-Individual bezeichnen darf).

Chef Watson™ auf der CCW 2016: Rain Man im kognitiven Kochstudio

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Dustin Hoffmans Paraderolle in dem Film „Rain Man“, für den er 1989 einen Oscar erhielt. Er spielte den Raymond, Prototyp eines sogenannten „Savants“ oder Inselbegabten. Dieser hatte ein fotografisches Gedächtnis und konnte so unglaublich schnell bestimmte Informationen abrufen, z. B. um beim Kartenzählen im Casino einen Vorteil zu erhalten. Er stellte aber auch seine Bezugspersonen vor große Herausforderungen. Was das mit Cognitive Computing zu tun hat?

Cognitive Computing: Fehler im System oder im Menschen?

Eine neue Technologie tritt auf den Plan und verspricht uns schlauer und effektiver zu machen. Google Now, Apple Siri oder Microsoft Cortana sind bereits beim Konsumenten angekommen. Neu ist, dass Unternehmen selber mit den Schnittstellen, die z. B. IBM Watson, Google und Microsoft Azure ML anbieten, nach den Sternen greifen können. Schlaue Assistenten versprechen u. a. bessere Antworten auf unsere Fragen zu haben - manchmal sogar auf welche, die wir uns noch gar nicht gestellt haben.

Der Mensch erweitert seine Möglichkeiten mit einem neuen Werkzeug. Die Fähigkeit des Menschen, abstrakte Werkzeuge herstellen zu können, wurde lange als Alleinstellungsmerkmal angesehen. Inzwischen ist sie bei einer Vielzahl anderer Lebewesen nachgewiesen worden. Kognitiv unterstützende Werkzeuge haben eine neue, alltägliche und selbstverständliche Qualität, die unter Philosophen unter dem Begriff Extended Mind beleuchtet wird, d. h. inwiefern diese ein unbewusster Teil von uns werden. Diese Werkzeuge sind in der Lage, unser Menschenbild zu verändern und werfen Fragen auf:

Wer ist in dem System Mensch-Maschine für eine Fehlfunktion verantwortlich? Damit meine ich nicht nur den sprichwörtlichen, plötzlichen GAU sondern auch kleinste Tendenzen, die große Wirkungen haben können.

Sind wir Menschen darauf vorbereitet? Was bedeutet das für den Einsatz dieser Technologien durch Unternehmen und Institutionen?